literatur und theater

literatur handlungsorientiert

„Unschuld“ von Dea Loher

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Am 10. Juni spielte der Literatur-und Theaterkurs 13  Szenen aus „Unschuld“ von Dea Loher, die im Rahmen des Literatur-und Theaterkurses erarbeitet wurden. Wir haben versucht, die Handlunsstränge so zu bearbeiten, dass inhaltliche Verknüpfungen erhalten bleiben.

Die Aufführung fand sehr großen Anklang bei den zahlreich erschienenen Schülerinnen und Schülern.

Die Darsteller haben in beeindruckender Weise gezeigt, was sie in den 4 Kurshalbjahren an theatralen Mitteln gelernt und erworben haben.

Man sollte es  nochmal spielen.

Geschrieben von ottoessig

Juni 12, 2009 um 5:26

Veröffentlicht in Unschuld

Offenes und geschlossenes Drama

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Offenes und geschlossenes Drama


Ein Schaubild nach Volker Klotz

Handlung

  • einheitliche, in sich abgeschlossene Haupthandlung
  • kausale Verknüpfung der Szenen (Nichtaustauschbarkeit)
  • einzelne Handlungen als Schritte einer logisch und psychologisch zwingenden Abfolge
  • mehrere Handlungen gleichzeitig (Polymethie)
  • Zerrissenheit der Handlungsabfolge
  • relative Autonomie einzelner Episoden

Zeit

  • Einheit der Zeit
  • Zeit nur Rahmen des Geschehens
  • keine Zeitsprünge
  • ausgedehnter Zeitraum
  • Zeit als in die Ereignisse eingreifende Wirkungsmacht
  • Zeitsprünge zwischen Szenen

Ort

  • Einheit des Ortes
  • Ort nur Rahmen des Geschehens
  • Vielheit der Orte
  • Räume charakterisieren und determinieren Verhalten

Personen

  • hoher Bewußtseinsgrad
  • große Zahl
  • keine ständischen und und sozialen Beschränkungen
  • komplexes Zusammenspiel von Innenwelt und Außenwelt

Komposition

  • Handlungszusammenhang als Ganzes
  • Gliederung vom Ganzen zu den Teilen
  • Funktionale Zuordnung der Szene zum Akt und des Aktes zum Drama
  • lineare Abfolge des Geschehens
  • Dominanz des Ausschnitts
  • Gliederung von den Teilen zum Ganzen
  • Szenen haben ihren Schwerpunkt in sich selbst
  • Variation und Kontrastierung von Szenen

Sprache

  • einheitlicher an der Rhetorik ausgerichteter Sprachstil (Versform)
  • Dialog als Rededuell (Stichomythie)
  • Bewußtsein dominiert Sprache
  • Pluralismus des Sprechens
  • Mischung der Stilebenen und der Ausdruckshaltung
  • Orientierung an der Alltagssprache
  • Dominanz der Sprache über das Bewußtsein

Volker Klotz: Geschlossene und offene Form im Drama, München 1960.

Geschrieben von ottoessig

Mai 15, 2009 um 10:00

Episches Theater

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Episches Theater – Wikipedia

Episches Theater
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Das epische Theater ist eine Theaterform, in der versucht wird, das Theater durch die Einführung eines Erzählers zu „episieren“. Dies geschieht in der antiken Tragödie etwa durch den Chor. Dabei steht das epische Theater im Gegensatz zum dramatischen (bzw. aristotelischen) Theater, welches das Ziel verfolgt, den Zuschauer durch Einfühlen in das Gesehene zu läutern (Katharsis).

In der modernen Geschichte des deutschsprachigen Theaters ist das epische Theater vor allem mit den Namen Erwin Piscator und Bertolt Brecht verbunden. Brecht hoffte, das Publikum durch seine Stücke zum kritischen Denken anregen zu können.

Geschrieben von ottoessig

Mai 15, 2009 um 9:50

Veröffentlicht in Theatertheorie

Epische Dramentechniken

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Epische Dramentechniken

Der Autor wendet sich unmittelbar an den Zuschauer
.

Titel, Gattung, Figurenname, Nebentext, Vorrede, Schrifttafeln, kommentierende Funktion der Figuren, Parodie u.a.

Eine spielexterne Figur (Erzähler) spricht den Zusachauer an
.

Chor, Prolog, Epilog, Sprecher, Spielleiter, Erzähler auf der Bühne erläutern und kommentiern die Handlung

Spielinterne Figuren nehmen Verbindung zum Publikum auf
.

Figuren treten zeitweise aus der fiktiven Welt heraus und wenden sich den Zuschauern zu oder kommentieren das Geschehen

Spielinterne Figuren geben dem Zuschauer in ihrem Dialog zusätzliche Informationen

.

Im Dialog teilen die Figuren Dinge mit, die innerhalb der fiktiven Welt nicht gesagt zu werden brauchen, die aber dem Zuschauer helfen, die Handlung des Stückes oder die Motive der handelnden Personen besser zu verstehen

Bauformen des Epischen Theaters

Die Handlung wird
relativiert

Handlungsfremde, nicht-szenische Formen (z. B. Textprojektionen, Schrifttafeln, Filmeinblendungen, Prolog, Epilog, Songs) geben dem Drama zwei verschiedenen Horizonte, den begrenzten der dramatischen Figuren und einen erweiterten, welcher dem Zuschauer erschlossen wird (Kompositionsprinzip: Montage)

Die Handlung wird unterbrochen

Die Songs, Kommentare und anderen Einlagen unterbrechen den Gang der Handlung und verhindern eine Einfühlung des Zuschauers in Figuren und Handlung. So wird die dialektische Spannung zwischen dem Spiel und seiner kritischen Beurteilung aufrechterhalten

Die Handlung wird
distanziert
(verfremdet)

Durch die Montage widersprüchlicher Elemente und durch die Unterbrechung des Spiels sowie die distanzierte Spielweise der Akteure, welche sich nicht in Figuren verwandeln, sondern sie nur „zeigen“, entsteht ein Verfremdungseffekt („V-Effekt“). Dem Zuschauer wird der Eindruck echter Gegenwärtigkeit genommen

Die Handlung wird
kommentiert (interpretiert)

In der „harten Fügung“ sind der spielinternen Handlung und Figurenrede spielexterne Elemente entgegengesetzt (Texte, Songs, kommentierende Figurenrede u. a.), die das im Spiel Dargestellte für den Zuschauer entschlüsseln und interpretieren

Die Handlung kann
fortgesetzt werden

Das Bühnengeschehen repräsentiert übergreifende historische Verhältnisse. Es ist daher gleichgültig, wo die Dramenhandlung einsetzt. Auch das Dramenende ist willkürlich, weil die Veränderung der aufgezeigten Verhältnisse Sache des Zuschauers ist

Geschrieben von ottoessig

Mai 15, 2009 um 9:26

Veröffentlicht in Theatertheorie

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Brechts episches Theater

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Bertolt Brecht und das epische Theater:


Angabe zum Leben

geb. 1898 in Augsburg, Studium: Philosophie, Medizin (aber nicht ernsthaft) führte ein unbürgerliches Leben als Kabarettist, Kritiker, Dichter)

1933 emigrierte er nach Skandinavien, dann USA

1948 Rückkehr nach Ostberlin; gründete 1949 mit seiner Frau Helene Weigel, das Berliner Brecht Ensemble

1956 plötzlicher Tod durch Herzinfarkt

Allgemeines zu Dramentheorie: Gegenüberstellung von aristotelischen und offenem Theater:

a.) geschlossenes Drama = aristotelisches Theater = klassische Theaterform:

Vorbild ist der griechische Philosoph Aristoteles. Er forderte für die Tragödie die

drei Einheiten:

  • Einheit des Ortes: es gibt nur einen Schauplatz, keinen Ortswechsel
  • Einheit der Zeit: die Handlung muss sich inner von 24 Stunden abspielen, es dürfen

keine Zeitsprünge gemacht werden.

  • Einheit der Handlung: die Handlung muss in sich geschlossen sein und gerade zum

Ziel führen, keine Nebenhandlung

typischer Aufbau einer griechischen Tragödie:

Gustav Freytag hat für das klassische, geschlossene Drama ein Modell aufgestellt:

1. Akt: Expositur – der Zuschauer wird mit der Situation grob bekannt gemacht, Der Held tritt meist noch nicht auf.

2. Akt: Steigende Handlung; Beginn eines Konfliktes.

3. Akt: Höhepunkt, dies bedeutet oft einen Wendepunkt (Lösung oder Katastrophe)

4. Akt: Umschwung, fallende Handlung. Der Zuschauer kann noch auf pos. Lösung hoffen

5. Akt: Lösung der Geschichte – in Tragöde bedeutet das Katastrophe, im Schauspiel überlebt der Held als gebrochener Mensch

Erzieherische Funktion des Dramas (nach Aristoteles):

Furcht und Mitleid werden im Zuschauer erweckt. Er soll sich mit dem Helden, der Handlung identifizieren (mitlachen, mitleiden, mitweinen)- Identifikationstheater (Gegenteil zu Brechts V-Effekts). Der Zuschauer soll lernen sein eigenes Verhalten zu überdenken und eventuell ändern = Katharsiseffekt.

b) offenes Drama:

= Gegenteil von geschlossenem Drama. Vorbild W. Shakespeare.

die drei Einheiten des Dramas werden nicht berücksichtigt.

große Vielfalt; Zeitsprünge, häufige Wechsel der Schauplätze.

Nebenhandlungen sind möglich, jede Szene steht für sich.

die Einteilung in Akte hat wenig Gewicht.

unvermittelter Beginn und offener Schluss (Der Autor bietet keine Lösung).

Perspektivenwechsel, Unterbrechung der Handlung.

Beispiel für offene Dramenform ist Woyzeck von Georg Büchner

Bertolt Brechts episches Theater (spezielle Form des offenen Dramas):

Brecht arbeitet mit Verfremdungseffekten (V-Effekt). Die Wirklichkeit wird auf der Bühne verfremdet. Die Handlung soll ständig unterbrochen werden und dem Zuschauer zum Nachdenken gezwungen werden.

Beispiele:

  • Spruchbänder, Projektionen, Tafeln, Zwischenvorhänge: sie bringen eine Vorschau auf das Geschehen, eine kurze Inhaltsangabe der folgenden Szenen. Privates Geschehen wird in historische Zusammenhänge gebracht.
  • Songs werden als Kommentar oder Kontrast zur Handlung eingebaut
  • eine Erzählfigur kommentiert das Geschehen
  • der Zuschauer wird direkt angesprochen und zum Nachdenken aufgefordert
  • Einsatz von Medien

Schaffensperioden von Bertolt Brecht:

1. Schaffensperiode: Anarchistischer Protest

Gedicht vom armen B.B. Die erste Schaffensperiode ist noch vom Expressionismus beeinflusst. Brecht zeigt sich als schonungsloser Ankläger der bürgerlichen Gesellschaft.

2. Schaffensperiode: Marxist Brecht

Ab 1926 beschäftigt sich Brecht mit der marxistischen Ideologie. Im Mittelpunkt steht der Kampf gegen die gesellschaftlich-politischen Zustände.

3. Schaffensperiode: Regisseur und Warner

1949 gründet er das Berliner Ensemble. Er kommt in Konflikt mit der kommunistischen Regierung der DDR.

Geschrieben von ottoessig

Mai 15, 2009 um 9:22

Veröffentlicht in Theatertheorie

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Linkliste zum Drama

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Cornelsen Verlag: Sekundarstufen Deutsch Arbeitsblätter Deutsch

1. Grundbegriffe des Dramas
Übersichtlich aufgeführt (mit Tabellen und Schemata) finden sich hier wichtige Grundbegriffe zum Drama, die auch kurz erläutert und Schülerinnen und Schülern als Arbeitsblatt an die Hand gegeben werden können.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.german.sbc.edu/dramatik.html

2. Das Drama in der Epoche der Aufklärung
Diese Unterrichtseinheit soll den Schülerinnen und Schülern neben dem Einblick in Dramen der Aufklärung u.a. die Sprachformen des Dramas erkennen helfen, wobei die Arbeit mit dem Computer eine wichtige Rolle spielt. Geeignet zur Unterrichtsvorbereitung in Sekundarstufe II.

http://www.lehrer-online.de/aufklaerung-drama.php

3. Lessing: Minna von Barnhelm
Arbeitsblätter, Folien, Manuskript und ein Feature zu Lessings „Minna von Barnhelm“. Auf der Site findet sich zahlreiches Text- Bild und Audio-Material, das sich sehr gut für den Unterricht eignet.
http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/deutsc…

4. Theater-Suchmaschine
Die Site bietet verschiedene Suchoptionen, die das Finden von passenden Theater-Aufführungen erleichtern: Die Suche kann gezielt nach Aufführungsregion, nach Datum oder auch grundsätzlich nach Lehrplanbezug sortiert werden. Sehr komfortabel –ob man das Geeignete findet, liegt dann nicht mehr an der Suchmaschine, sondern am Angebot.
http://www.theaterportal.de

5. Virtuelles Klassenzimmer
Dieses Klassenzimmer eignet sich für Schülerinnen und Schüler der Sek. II, die motiviert werden können durch neue Medien und sich über Wissensbereiche des Fachs Deutsch informieren wollen: Dramatik, Epik, Lyrik, Wiener Volkstheater.
http://vdeutsch.eduhi.at/vik/index.htm

6. Drama der 1990er-Jahre
Die Seite liefert Erläuterungen und Materialien zum Thema „Drama der 90er Jahre“ und stellt auf seine Behandlung in der Oberstufe ab. Optisch nicht sehr ansprechend gemacht, können dennoch über entsprechende Verknüpfungen zahlreiche Aspekte des Dramas in seiner geschichtlichen Entwicklung einbezogen werden.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.fo-net.de/Literatur/Gegenwartsliteratur/Drama_der_90er…

7. Episches Theater, Brecht, Dürrenmatt, Frisch, Weiss
Die Seite enthält einige wichtige Links zu Brecht, Dürrenmatt, Frisch, Weiss und zum „epischen Theater“ und eignet sich folglich zur weiterführenden Literaturrecherche.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.br-online.de/bildung/tk-deutsch/literatur/folge_6/link…

8. Galileo Galilei
Eine recht ausführliche Linksammlung zu Brechts „Galilei“ findet sich unter der angegebenen Adresse. Die Links sind knapp kommentiert und behandeln zahlreiche Aspekte des Stückes.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referate, Facharbeiten
http://www.3b-infotainment.de/unterricht/dlink3.htm

9. Episches und experimentelles Theater
Auch die Universität Essen bietet einige Informationen zum „epischen Theater“ Brechts an. Neben ordentlich verzweigten Erläuterungen zum epischen und experimentellen Theater sowie zu den Anmerkungen zur Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ finden sich Querverweise zu Lessings Dramentheorie und Aristoteles.
Einsatzgebiete: Unerrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/d…

10. „Galileo Project“ (engl.)
Wer sich mit dem „Galilei“ von Brecht beschäftigt, sollte diesen Link ausprobieren. Das „Galileo Project“ der Rice University hat eine Fülle von interessanten und anschaulichen Materialien zum historischen Galilei zusammen getragen. Da die Seite in englischer Sprache vorliegt, eignet sie sich auch für einen fächerübergreifenden Unterricht.
Einsatzgebiet: Unterricht, Referat, Facharbeit, Unterrichtsvorbereitung
http://es.rice.edu/ES/humsoc/Galileo

11. Erläuterungen zum Thema Drama
Die Seite enthält ausgezeichnete Erläuterungen und Textmaterialien rund um das Thema „Drama“. Besonderer Vorzug der Seite ist es, dass die vielfältigen inhaltlichen Verknüpfungen eine rasche weiterführende Beschäftigung mit dem Thema erlauben.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/d…

Geschrieben von ottoessig

Mai 11, 2009 um 6:22

Veröffentlicht in Theatertheorie

„Picknick im Felde“ von Arrabal

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Unser Kurs Literatur-und Theater 12 hat als Projekt eine Inszenierung von Arrabals Stück erarbeitet und im Rahmen einer Präsentation im Theatersaal des Bunsen-Gymnasiums zur Aufführung gebracht.
Die Präsentation war außerordentlich gelungen und begeisterte die Spieler und das Publikum. Ganz besonders hervorzuheben ist,  dass ausnahmslos alle Spieler, ob sie nun Theatererfahrung hatten oder nicht, sich bei dieser Aufführung auf  begeisternde Art freigespielt haben.

Das Projekt wurde mit einem Besuch des Stückes im Kinder-und Jugendtheater in Heidelberg abgeschlossen.

Geschrieben von ottoessig

April 25, 2009 um 6:35

Veröffentlicht in Picknick im Felde

Überlegungen zur Erarbeitung einer Produktion

mit einem Kommentar

Bitte lest euch den Artikel zum obigen Thema im weblog „ensemble am bunsen“ durch. Er gibt wichtige Hinweise, wie eineTheaterproduktion erarbeitet werden kann. Natürlich werden wir das Thema auch noch im Kurs besprechen.

Geschrieben von ottoessig

Februar 1, 2009 um 6:37

Veröffentlicht in Theatertheorie

Geschichte des Theaters

mit 2 Kommentaren

Probably you must click again on the next page that will pop up.

geschichte-des-theaters182

Geschrieben von ottoessig

Januar 6, 2009 um 12:20

Veröffentlicht in Theatergeschichte

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Commedia dell’Arte ein Überblick

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Der Begriff bezeichnete zunächst ganz allgemein das Phänomen Theater.

„Arte“ bedeutete nicht nur Kunst, sondern auch Handwerk.

Der Begriff meinte also das professionelle Theater, im Gegensatz zu den „Diletanti“.

Diese bemühten sich um eine Neubelebung der römischen Komödie des Plautus und des Terenz.

Im Zentrum der Komödien des Plautus steht in der Regel ein junges Paar, die Handlung endet nach vielen Irrungen und Wirrungen stets glücklich. Zum Beispiel tritt der Vater als Nebenbuhler des Sohnes auf, Sklaven kommen als Liebhaber vor (gegen alle Regel), lange Getrennte finden sich wieder, es gibt witzige Betrügereien und raffinierte Intrigen, das Porträt eines Geizigen wird gezeichnet, es gibt eine Verwechslungskomödie durch Zwillinge etc. Man sieht, dass sich spätere Dramatiker dieser Stoffe teilweise bedient haben.

Bei Terenz, der im Alter von 25 Jahren nach Griechenland reiste, um neue Komödienstoffe zu finden und dort verschollen ist, kommen Erziehungsprobleme, Konflikte zwischen den Generationen und Fragen des Zusammenlebens in der Ehe vor. Terenz achtet stärker auf die Grenzen des „Schicklichen“, die alten Männer erscheinen zum Beispiel als respektable und wohlmeinende Väter, die Söhne verhalten sich ihnen gegenüber in der Regel manierlich und die Sklaven sind nicht dreist und unverschämt. Der bevorzugte Frauentypus des Terenz ist die edel gesinnte Hetäre. Letztendlich bestimmt immer der Zufall das Geschick.

Von der römischen Komödie übernommen hat die Commedia dell’Arte die komplizierten Verwicklungen und Intrigen sowie den Grundbestand der Figuren: die beschränkten alten Männer, die jungen Liebenden, die schlauen Diener und den prahlerischen Offizier.

Eine Konkretisierung erfuhren einige der Typen durch die Masken des venezianischen Karnevals.

Die Commedia dell’Arte zeichnete sich in ihrer Frühzeit durch die Parteinahme für die unteren Schichten und durch eine volkstümliche Spielweise aus.

Ihre Wirkung beruhte nicht auf dem Reiz der Bilder wie beim höfischen Theater und nicht in der Überzeugungskraft des Wortes, sondern auf der Macht des Gestischen.

Der Schauspieler setzte mit seinem Körper die Akzente.

Der Text war der Bewegung absolut untergeordnet und gewann erst in der Improvisation seine endgültige Gestalt.

Das Fundament der Handlung war ein „Scenario“, in dem nur die Grundzüge der Handlung festgelegt waren.

Im Laufe der Zeit entstand dann ein Kanon von Monologen und Dialogen, auf den man immer wieder zurückgriff.

Auch die sogenannten „Lazzi“ wurden von Generation zu Generation weitergegeben:

z.B. Arlecchino isst Spaghetti, Arleccino fängt eine Fliege, zerlegt sie und isst sie auf.

Diese Elemente baute man auch ein, wenn im Publikum Langeweile aufkam.

Das Szenario handelte fast ausnahmslos von der Liebe, sie bringt Komplikationen, doch alle bemühen sich redlich um eine Lösung der Probleme, so dass die Handlung zum Happy-End geführt werden kann.

Alle Personen verhalten sich eigentlich nur ihren Trieben folgend.

Das einzige Ziel ist die vordergründige Unterhaltung, Belehrungen oder vorbildliches Verhalten sind nicht gefragt.

Es gibt keine Charaktere, sondern nur Typen.

Die Darsteller verkörperten während ihres ganzen Berufslebens denselben Typus.

Nur die Alten und die Diener trugen Masken, diese erforderten natürlich eine besondere „Beredsamkeit des Körpers“.

Die jungen Liebenden trugen als Kostüm meist die Mode der Zeit. Durch Kleidung und Schmuck stellten sie sich als Angehörige der Oberschicht dar.

Sie bilden den Mittelpunkt der Handlung. Um sie gruppieren sich die komischen Diener und die die skurrilen Väter.

Die Liebenden äußern ihre Gefühle in schmachtenden, säuselnden oder wohltönenden Reden, sie sprechen reines Toskanisch, die Hochsprache der Zeit.

Die männlichen Liebenden benehmen sich galant und höflich, die Frauen bescheiden und züchtig.

Der Capitano verkörpert den Protest der Italiener gegen die spanische Fremdherrschaft. Sein Beiname Spavento bedeutet „Schrecken“. Er rühmt sich ständig seiner Heldentaten und Tapferkeit, doch wenn es ernst wird, zeigt er sich als feige. Er lebt in der Illusion, allen Frauen zu gefallen. Seine Liebesabenteuer nehmen ein klägliches Ende. Er ist ein armer Hungerleider, der den Sklaven das Essen wegstiehlt und dafür verprügelt wird.

Die Väter leiden unter ihren Kindern, die Töchter schlagen die „guten Partien“ aus, die Söhne verprassen das Geld.

Pantalone und Dottore zählen zu den höheren Schichten. Die Würde, die sie darzustellen versuchen, wird von ihnen selbst und von anderen ständig in Frage gestellt.

Pantaleone ist ein unternehmungslustiger Tatmensch, Dottore redet nur und kommt nie zu einer Handlung.

(pianta leone, das venezianische Löwenbanner wird hier verspottet, weil es einen Machtanspruch repräsentiert, der nicht mehr gerechtfertigt ist)

Pantalone trägt die Kleidung des wohlhabenden Patriziers von Venedig: rote Hose, rotes Wams und roten Hut, schwarzen Umhang und flache Pantoffeln.

Aus der bräunlich schwarzen Ledermaske sticht die überdimensionierte Nase hervor, er trägt außerdem einen überdimensionierten Spitzbart. Die Geldbörse ist sein wichtigstes Requisit als Zeichen für Geiz und Habsucht. Er wird von vielen Zipperlein geplagt, greift sich ans Kreuz und bemüht sich gleich wieder um eine grazile Pose. Er ist ständig auf Liebschaften aus und bekommt regelmäßig Hörner aufgesetzt.

Der Dottore kommt aus der Universitätsstadt Bologna und ist Rechtsgelehrter oder Arzt, er trägt die Tracht der Universitätslehrer, ganz in Schwarz mit weißer Halskrause.

Die Halbmaske bedeckt nur Nase und Stirn, lässt die roten Bäckchen frei, die auf seine Liebe für Alkoholisches hindeuten. Er hat alles studiert, aber nichts begriffen, seine Rede ist mit Zitaten gespickt, ergibt aber keinen Sinn

Die beiden Zanni sind die populärsten Figuren der Comedia: Brighella und Arlecchino, sie stammen aus der bäuerlichen, ärmlichen Region Bergamo. Die ortsansässigen Plebejer sehen in ihnen Gastarbeiter und damit eine Konkurrenz.

Diese Figuren werden dem mittleidlosen Lachen preisgegeben. Sie sind dumm, verschlagen, gefräßig und geil.

Brighella ist aktiv, lebendig, hinterlistig und böse.

Arlecchino ist passiv, plum, naiv und einfältig.

Sie triumphieren in jeder Situation.

Im Rahmen der Bühnenhandlung ist Arlecchino alles erlaubt. Sein buntes Flickenkostüm zeigt seine Armut. Daraus entsteht später ein immer stilisiertes Kostüm aus bunten Rhomben.

Das weiblich Gegenstück zu diesen beiden ist die Zagna, verdient als Hausmagd ihr Brot.

Sie entwickelt sich im Laufe der Zeit von einer ordinären Schlampe zu einer klugen Drahtzieherin.

Die Commedia wurde von italienischen Schauspieltruppen auch nach Deutschland exportiert.

So ist der Besuch eines Ensembles im Jahre 1568 am bayrischen Hof anlässlich der Hochzeit eines Erbprinzen nachweisbar.

Geschrieben von ottoessig

Januar 6, 2009 um 11:52

Veröffentlicht in Commedia dell'Arte

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