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Projekt Sommernachtstraum

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„Ein Sommernachtstraum“

Ein Projekt des Kurses Literatur und Theater am Bunsen-Gymnasium in Heidelberg

Handwerker und andere Darsteller toben in die Szene und leben ihr Lampenfieber und ihre Spielfreude aus. Sprachliches und gestisches Chaos.

Dazu:
Musik: Freche Farben (Ensemble Rossi) Alle rennen durcheinander bzw. ‚Soundballs’
Musik blendet aus ab 1:00

Szene 1: Rollenverteilung der Handwerker Alle anderen im Hintergrund, Fokus
außerhalb der Szene.

Rollenverteilung der Handwerker S. 14ff „Ist unsre ganze Gesellschaft beisammen?“…

Interview mit Theseus:

Reporter: Verehrter Theseus, du feierst in 4 Tagen Hochzeit mit Hippolita. Die ganze Stadt nimmt regen Anteil daran. Sag uns doch, wie es zu dieser Verbindung gekommen ist.

Theseus: Nun, ich habe Hippolita, wie jeder weiß, im Kampf besiegt, es blieb ihr also eigentlich nichts anderes übrig, als auf meine Bedingungen einzugehen. Aber das soll jetzt vergessen sein, wir wollen eine frohe Hochzeit feiern, mit Pomp, Triumph und mitternächtigem Spiel, an dem die Bürger und die Jugend von Athen ihren Anteil nehmen sollen.

Reporter: Dann wünschen wir viel Glück und melden uns wieder, um Sie, verehrtes Publikum über die Ereignisse auf dem Laufenden zu halten.

Musik: The Power (1)(mit power gehen, Raum fressen, evtl. Zweikampf „wer hat die Macht?“)
Stopp bei 1:00

Szene 2 Egeus möchte Hermia mit Demetrius verheiraten. Androhung der Todesstrafe.

Die Jugendlichen stellen sich vor. Eigene Texte. Alle anderen im Hintergrund

· Aggressivität bei Hermia und Lysander/

· Angepasstheit (er profitiert von der Macht) bei Demetrius

· Autoritäres Gehabe bei Egeus

Dann Szene von:

Egeus: „Hoch lebe Theseus“ (S 7) bis „Wir kommen gern, wie es unsere Pflicht ist.“ (S. 10)

Reporter: Meine Damen und Herren, hier eine Sondermeldung. In jüngster Zeit zeigen sich immer stärker seltsame Wetterphänomene, der natürliche Ablauf der Jahreszeiten scheint gestört, die Auswirkungen auf das Weltklima, somit auf Flora und Fauna werden immer dramatischer. Die Natur scheint sich zu rächen für menschliche Übergriffe und auch in der menschliche Gesellschaft herrscht zunehmend Konfusion über eine unerklärliche Häufung von Dürren und Überschwemmungen, die in vielen Teilen der Welt katastrophale Folgen haben.

Die Forschung ist sich über die Ursachen des Phänomens noch nicht ganz im Klaren, zu komplex sind die Zusammenhänge. Lassen Sie uns einen Beitrag zur Aufdeckung der Ursachen leisten und schauen wir uns einmal an, was sich in der Natur im Verborgenen abspielt.

Musik: Rammstein Eifersucht

Schnelle Bewegung, sich nicht den Rücken zuwenden, Misstrauen

ausblenden nach 1:14m

(Der Reporter hat sich an dieser Stelle als notwendig herausgestellt, damit Titania und Oberon überhaupt wieder zu Atem kommen)

Reporter: Meine Damen und Herren, hier eine Sondermeldung. In jüngster Zeit zeigen sich immer stärker seltsame Wetterphänomene, der natürliche Ablauf der Jahreszeiten scheint gestört, die Auswirkungen auf das Weltklima, somit auf Flora und Fauna werden immer dramatischer. Die Natur scheint sich zu rächen für menschliche Übergriffe und auch in der menschliche Gesellschaft herrscht zunehmend Konfusion über eine unerklärliche Häufung von Dürren und Überschwemmungen, die in vielen Teilen der Welt katastrophale Folgen haben.

Die Forschung ist sich über die Ursachen des Phänomens noch nicht ganz im Klaren, zu komplex sind die Zusammenhänge. Lassen Sie uns einen Beitrag zur Aufdeckung der Ursachen leisten und schauen wir uns einmal an, was sich in der Natur im Verborgenen abspielt.

Szene 3 Titania, Oberon

Oberon: „Schlimm trifft sichs unterm Mond,…“ S 18 bis „Nur Streit entsteht bei jedem weiteren Wort.“ S 21

Und:

Oberon: „Mein guter Puck , komm her. Kennst du die Blume noch? Ich zeigte sie dir einst!
Ihr Saft auf eines Schläfers Augenlidern erweckt in Mann wie Weib die tollste Liebe
zum ersten Wesen, das sie nachher sehn. Bring mir das Kräutlein, und sei wieder da, Eh
derLeviathan eine Meile schwimmt.

Puck: Vierzig Minuten, und ich leg’nen Gürtel rund um den Erdball!

Oberon: Hast du erst den Saft, belausche Titania, wenn sie schläft, und träufle ihn auf ihre Augen
dann. Das erste, was sie beim Erwachen sieht, Sie soll ihm folgen mit verliebtem Sinn.
Eh ich den Zauber lös von ihrem Aug.

Reporter: Meine Damen und Herren, hier eine Sondermeldung. Wie soeben bekannt wurde, sind Hermia und Lysander, sowie Demetrius und Helena aus Athen verschwunden. Ihr Verschwinden steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Sanktionen, die Hermia im Falle einer dauerhaften Bindung an Lysander zu erwarten hat. Helena hingegen ist wohl auf der Suche nach Demetrius, um ihn an der Verfolgung von Hermia und Lysander zu hindern und ihre Ansprüche auf ihn geltend zu machen, zumal er ihr ja die Ehe versprochen hat. Vermutlich halten sich die Flüchetenden in den dichten Wäldern um Athen auf. Sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Musik: Tom Waits, SeaofLove Anziehung, Ablehnung

ab 0:48 einzelne in freeze bis 1:15 nur noch Helena und Demetrius in Bewegung sind.

Die nicht an der Szene direkt beteiligten Darsteller bleiben als Bäume stehen

Szene 4: Helena, Demetrius: Streit

Helena: „Du ziehst mich an, hartherziger Magnet…“(S.22) bis: Demetrius: „Dich überlass ich

wilder Tiere Gnade.“ (S.23)

Gleich weiter mit Sensibilisierung ganze Gruppe:

Musik: Tuu, Exile
Gruppe geht in Zeitlupe blind. Bei Berührung (bzw. bei Geräusch) Erschrecken.
Wieder bleiben die anderen Darsteller als Bäume stehen.

ausblenden ab 1:23m

Szene: 5 Hermia und Lysander

Lysander: „Schöns Lieb, du bist erschöpft von diesem Wald…“ (S. 25) bis

Helena: „Das halbe Glück wünsch ich auf dich zurück!“ (S. 26)

Musik: Freche Farben (Ensemble Rossi)

Handwerker beschäftigen sich zur Musik., Butterbrote zeigen, bewundern, aufklappen, lachen, Bewunderung, große Angabe, Versuchen, Gesicht verziehen, auf die Finger hauen, Laurel und Hardy.

ausblenden ab 0:55

Handwerker bauen die Szene auf. Spiel mit stark gekürztem Text.

Auch ganz kurz: Zettel und Titania. (bis 33: dich lieb ich)

Reporter schon zur Musik und auch Musik solange der Reporter spricht:

Reporter: Meine Damen und Herren, leider ist noch keine Spur von Demetrius, Helena, Lysander und Hermia gefunden. Diskussionen über mangelnde Disziplin und fehlenden Gehorsam werden laut, konservative Kreise fordern, an den Jugendlichen ein Exempel zu statuieren. Dazu müssen sie erst einmal gefunden werden. Bis dahin schalten wir hinüber in den Wald, in dem sich angeblich eine Gruppe von Handwerkern treffen soll, die eine Überraschung planen, um die Gunst des Stadtherrn zu erwerben. Hoffen wir, dass sie sich dabei geschickter anstellen als bei ihrer Arbeit, damit wir nicht bald einen Disput über zu kurze Arbeitszeiten und die Einführung der 70Stundenwoche am Hals haben.

Szene 6 Handwerker proben im Wald

Von: Zettel: „Sind wir alle da?“ (S. 29) bis Squenz: „Gott steh dir bei, du bist transplantiert“ (S. 32) Flucht der Handwerker. Zettel singt das Lied vom Aurhahn.

Auch Zettel und Titania. (bis 33: dich lieb ich)

Während Zettel singt, wird er von Titania verführt. Dabei spiegelt sein Gesang die Berührungen Titanias.

Die Direktheit der Szene richtet sich nach der Phantasie der Darsteller.

Titania: „Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel?“ (S. 32) etc.

Musik: Reggae (A Wah)

Zauberspiegel zu Musik (Puck führt beide Pärchen vertauscht in eine Position auf der Bühne.) Standbild, das von Puck „zum Klingen“ gebracht wird.

Form der Textcollage. ausblenden ab 1:00m

7. Szene: Streit Lysander, Hermia, Demetrius, Helena

Puck: Das wird erst ein Hauptspaß sein,

Wenn gleich beide eine frein!

Denn mich freut am meisten das,

Was verdreht ist, kraus und krass. (S. 38)

Bis etwa: Helena: Hättet ihr Mitleid, Lebensart, Erbarmen,

Ihr hättet mich nicht so zum Spott gemacht. (S. 41)

Musik: Tuu „Djinn“

. Oberon zieht Puck an einer langen Leine zu sich her. Magic music (e.g.
Tuu “Djinn). ausblenden nach 1:00m

Oberon zieht Puck an einer imaginären Leine zu sich her und beschimpft ihn dann aus der Spannung heraus mit Subtext: Slang.

Puck versteht nicht, Oberon wechselt zu Shakespeare.

8. Szene: Oberon löst den Zauber

(Oberon: Unachtsam bist du, immerfort versehen, wenn’s nicht bewusste Bubenstreiche sind.

Puck: Einerseits bin ich frei von Schuld, denn jene deren Aug ich salbte, sind doch Athener. Andererseits bin ich froh, dass sich’s so fügte, weil ihre Zänkerei mich sehr vergnügt.) (S. 44/45)

Oberon: (Seite 45)

Führ diese Kampfhähne auf falsche Wege,

Dann kommen sie sich nicht mehr ins Gehege.

(…)

Wenn ihre Stirne totengleicher Schlaf

Mit bleiernem Fuß und Fledermausflügel traf,

Dann wasch mit dieser andern Blume Saft

Lysanders Augen. Er hat Zauberkraft,

Den Blick von allem Irrtum zu befrein

Und ihm die Klarheit wieder zu verleihen.

Wenn sie erwachen, soll dies ganze Spiel

Für sie nur wie ein Traum sein, ohne Ziel.

Die Paare solln zurück dann nach Athen,

Zum Glück vereint bis an ihr Ende gehen.

Indessen all dies deine Sorgen sind,

Bitt ich Titania um ihr indisches Kind,

Und dann will ich auch ihren Blick befrein

Von ihrem Scheusal – dann soll Frieden sein.

Reporter: (Während die Darsteller im Hintergrund ihre festlichen Kostüme anziehen, bzw.die Szene vorbereiten)

Liebe Zuschauer, nachdem Helena, Demetrius, Lysander und Hermia wieder nach Athen zurückgekehrt sind, steht dem fröhlichen Hochzeitsfest von Theseus und Hippolita nichts mehr im Wege. Demetrius hat seine alte Liebe zu Helena wiedergefunden, so dass auch dem Glück dieser beiden Paare nichts mehr im Wege stehen kann, zumal Theseus Egeus befohlen hat, dieser Verbindung nicht mehr im Wege zu stehen.

Wir schalten jetzt direkt um zu den Feierlichkeiten, die in diesem Augenblick beginnen müssen. Übrigens, Theseus wollte, dass das Stück von Pyramus und Tisbi zur Aufführung kommt, eine schöne Belohnung für die wackeren Handwerker, die tagelang um ihren Zettel bangen mussten, der im Wald von Athen unauffindbar blieb und von dem sogar das Gerücht ging, er sei in einen Esel verwandelt worden. Nun, heute morgen tauchte er Gottseidank wieder wohlbehalten auf und damit ist die Truppe wieder vollzählig.

Szene 9: Theseus feiert sein Fest und lädt die Handwerker zum Spiel ein.

Theseus: Kommt! Was für Spiele oder Tänze solln uns

Die endlosen drei Stunden jetzt vertreiben

Vom Nachtessen bis zum Zubettgehen?

Wo bleibt der Lenker unserer Lustbarkeiten?

Was gibt’s zu sehen? Ist kein Schauspiel da,

Das einer bangen Stunde Qual verkürzt?

(Seite 57)

Philostrates durch Demetrius ersetzt:

Nein, mein edler Herr,

Das ist kein Stück für Euch! Ich hab’s gehört,

Und es ist nichts, Herr, letztes Nichts auf Erden.

Außer, wenn Euch der gute Wille Spaß macht,

Den abgerackert haben sie sich redlich,

Um euch zu dienen.

Theseus: Ja, ich will es höre,

Denn nie kann etwas ganz und gar verfehlt sein,

Was Einfalt und ein treuer Sinn uns bringt.

Geh, sie sollen kommen! – Nehmt Platz! (Seite 58)

Musik: Frohe Farben/ Rossi

Sensibilisierung: einer hält eine Decke, um die Vorbereitungen zu verbergen. Hinter dieser Decke rennen alle wie verrückt herum, um scheinbar heimlich alles einzurichten. Evtl. Kostümteile, geduckt rennen, über die Decke schauen. Sinnlos Gegenstände platzieren, verändern, wieder umarrangieren.

Dann „Vorhang“ auf. ausblenden ab 1: 10

(Das haben die Darsteller bei der Aufführung geändert und einfach einen „Auftritt“ angekündigt, um einen Bogen zum späteren „Abtritt“ zu schlagen.)

Spiel der Handwerker

Squenz : „Falls wir euch nicht gefallen…“ (S. 59)

„Ihr edlen Leute…“ (S. 60)

Wand: „ In diesem selben Stück…“ (S. 60)

Pyramus: „O Nacht, so schwarz gefärbt!…“ bis „Verflucht sei’n deine Stein! Du täuschest mich!“ (S. 61)

Thisbe: „O Wand, wie oft hörst du…“ bis Pyramus: „…Zu spähn, ob ich nicht meiner Thisbi Antlitz hör. Thisbi!“ (S. 61)

Wand: „So hab ich Wand nun mein Geschäft beendet,

Worauf sich Wand zu ihren Abtritt wendet.“ (Seite 62)

Theseus: Recht schön, gute Leute, doch kommt zum Schluss nun.

Der eherne Mund der Mitternacht sprach Zwölf.

Zettel: Zum Schluss, gut, das bin ich, ich will nun also den Schluss geben:

Text Seite 64 unten

(Evtl. Pyramus und oder Tisbe bis „ade ade ade“ (Seite 66) (1. und letzte Strophe)

Zettel: beliebt es euch, den Epilog zu sehen?

Theseus: Kein Epilog, ich bitt euch, denn euer Spiel bedarf keiner Entschuldigung.

Des Dichters Auge rollt in edlem Wahnsinn, misst Himmel, Erde und dann wieder
Himmel; Die Kraft der Einbildung verkörpert ihm das Unbekannte, und des Dichters
Feder gibt allem Form und leiht dem Nichts aus Luft

Auf Erden einen Wohnsitz, einen Namen.
So üppig ist die starke Phantasie,
Dass sie, kaum dass sie eine Freude spürt,
Auch einen Bringer dieser Freude annimmt.
Oder bei Nacht denkt sie sich Schrecken her,
Wie leicht wird jeder Busch dann gleich ein Bär! (S.56f)

Ich trinke auf euer Wohl, ihr Freunde, habt Dank.

Alle: Gläser klingen.

Szene 10 Puck: Epilog Puck

Geschrieben von ottoessig

März 30, 2008 um 4:14