literatur und theater

literatur handlungsorientiert

Archiv für November 2009

Szenen zu Texten von Ulla Hahn und Franz Kafka

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Möglicherweise haben die Texte von Ulla Hahn nichts miteinander zu tun, möglicherweise kann man sie aber auch in Beziehung zueinander setzen.
Ich möchte hier nichts vorwegnehmen und bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Mit Haut und Haar Ulla Hahn

Ich zog dich aus der Senke deiner Jahre

und tauchte dich in meinen Sommer ein

ich leckte dir die Hand und Haut und Haare

und schwor dir ewig mein und dein zu sein.

Du wendetest mich um. Du branntest mir dein Zeichen

mit sanftem Feuer in das dünne Fell.

Da ließ ich von mir ab. Und schnell

begann ich vor mir selbst zurückzuweichen

und meinem Schwur. Anfangs blieb noch Erinnern

ein schöner Überrest der nach mir rief.

Da aber war ich schon in deinem Innern

vor mir verborgen. Du verbargst mich tief.

Bis ich ganz in dir aufgegangen war:

da spucktest du mich aus mit Haut und Haar.

Kleine Fabel Franz Kafka

“Ach”, sagte die Maus, “die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.” – “Du musst nur die Laufrichtung ändern”, sagte die Katze und fraß sie.

Geschrieben von ottoessig

November 26, 2009 um 6:58 nachmittags

Veröffentlicht in Lyrikbearbeitungen

UFO am Horizont (literatur und theater 25. November 2009)

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Geschrieben von ottoessig

November 25, 2009 um 6:35 nachmittags

Veröffentlicht in theaterpraktische Übungen

Szenische Bearbeitung des Themas “Zeit”

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Arbeit mit Textfragmenten in Einzel- und Gruppenpräsentation. Erarbeitung einer Performance in der Gruppe mit eigenem Text zum Thema “Zeit” und mit Textfragmenten aus “Die Zeit geht nicht” von Gottfried Keller  und “Kinder wie die Zeit vergeht” von Kontad Balder Schäuffelen.

Gottfried Keller

Die Zeit geht nicht, sie stehet still,
Wir ziehen durch sie hin;
Sie ist ein Karawanserei,
Wir sind die Pilger drin.

Ein Etwas, form-und farbenlos,
Das nur Gestalt gewinnt,
Wo ihr drin auf und nieder taucht,
Bis wieder sie zerrinnt.

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts –
Ein Tag kann eine Perle sein
Und hundert Jahre  – Nichts!

Es ist ein weißes Pergament
Die Zeit, und jeder schreibt
Mit seinem besten Blut darauf,
Bis ihn der Strom vertreibt.

An dich, du wunderbare Welt,
Du Schönheit ohne End,
Schreib ich ‚nen kurzen Liebesbrief
Auf dieses Pergament.

Froh bin ich, dass ich aufgetaucht
In deinem runden Kranz;
Zum Dank trüb ich die Quelle nicht
Und lobe deinen Glanz!

Günter Eich

Augenblick im Juni

Wenn das Fenster geöffnet ist,
Vergänglichkeit mit dem Winde hereinweht,
mit letzten Blütenblättern der roten Kastanie
und dem Walzer „Faszination“
von neunzehnhundertundvier,
wenn das Fenster geöffnet ist
und den Blick freigibt auf Flußhafen und Stapelholz,
das immer bewegte Blattgewirk der Akazie, -
wie ein Todesurteil ist der Gedanke an dich,
Wer wird deine Brust küssen
Und deine geflüsterten Worte kennen?
Wenn das Fenster geöffnet ist
Und das Grauen der Erde hereinweht -
Das Kind mit zwei Köpfen,
- während der eine schläft, schreit der andere -
es schreit über die Welt hin
und erfüllt die Ohren meiner Liebe mit Entsetzen,
(Man sagt, die Mißgeburten nähmen seit Hiroshima zu.)

Wenn das Fenster geöffnet ist, gedenke ich derer,
die sich liebten im Jahre neunzehnhundertundvier
und der Menschen des Jahres dreitausend,
zahnlos, haarlos.

Wem gibst du den zerrinnenden Blick, der einst mein war?

Unser Leben, es fähret schnell dahin als flögen wir davon
und in den Abgründen wohnt verborgen das Glück.

Geschrieben von ottoessig

November 15, 2009 um 10:53 vormittags

ImprovEverywhere

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Geschrieben von ottoessig

November 11, 2009 um 10:15 nachmittags

Veröffentlicht in Improvisation

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