literatur und theater

literatur handlungsorientiert

Archiv für Juni 2009

„Unschuld“ von Dea Loher (Artikel auf der Bunsen-Homepage)

mit einem Kommentar

„Unschuld“ von Dea Loher

Der Literatur- und Theaterkurs 13 stellte am 10. Juni einem sachkundigen Publikum von Schülerinnen und Schülern des Bunsen- und Helmholtzgymnasiums eine Interpretation von „Unschuld“ von Dea Loher vor.

Der Kurs hat das Stück szenisch bearbeitet und eine Fassung vorgestellt, die bescheiden ausgedrückt begeisternd war.

Im Mittelpunkt stand die überzeugende darstellerische Vermittlung der kleinen menschlichen Tragödien, die sich am Rande der Gesellschaft ereignen, bei illegalen Einwanderern, bei Alten, bei Menschen, deren Emotionalität verkümmert, bei psychisch Kranken, die sich ihre eigene verzerrte Teilhabe an der Wirklichkeit zu sichern versuchen und bei Selbstmördern.

Ich möchte an dieser Stelle den Wortlaut der Jury für die Verleihung des Berliner Literaturpreises and Dea Loher 2009 anhängen:

„Der Berliner Literaturpreis 2009 wird der Dramatikerin Dea Loher zuerkannt und zeichnet damit erstmals eine Theaterautorin aus, die seit beinahe zwanzig Jahren die Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik geprägt und fortgeschrieben hat – von ihren vielgespielten ersten Stücken ‘Olgas Raum’ und ‘Tätowierung’ bis hin zu ihren jüngsten Arbeiten ‘Unschuld’ und ‘Das letzte Feuer’, das unlängst zum Stück des Jahres gewählt wurde. Dea Loher stellt in ihren Texten die soziale Frage auf überraschende Weise immer wieder neu: Ausgestattet mit einem so wachsamen wie schmerzempfindlichen Sensorium für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und Zerstörungen, für die Beschädigungen ihrer Figuren im System, bleibt sie in den von ihr geschilderten Konflikten stets persönlich, versteigt sich nie ins Thesen- oder Tendenzstückartige. Vielmehr beschreibt sie die Gesellschaft über die Geschichten an ihren Rändern, über die Verletzungen und Gefährdungen derer, die sich an den Grenzen unserer sozialen Wirklichkeit und Wahrnehmung bewegen. Ihr Gespür für das Fremde, Inkompatible, aber auch das Nicht-Vereinnehmbare machen sie zu einer Autorin, die das Theater stets vor neue Aufgaben stellt. Sie bedient es nicht, sondern fordert es heraus – und findet daher in Regisseuren wie Andreas Kriegenburg Partner, die ihre Welt und ihre eigene Stimme in immer neuen Spiel- und Erzählformen auf der Bühne Realität werden lassen – auch und gerade da, wo Dea Lohers Verzweiflung sich dem Dramatischen entzieht und ihre Trauer sich dem Verstummen nähert.“

Es spielten:

Fatima Aberkane, Tala Al-Deen, Melanie Irmey, Nathalie Kasparek, Wlada Kasper, Brian Petter, Kahwe Mohammady, Diana Rosu

Geschrieben von ottoessig

Juni 13, 2009 um 5:53

Veröffentlicht in Unschuld

„Picknick im Felde“ Fernando Arrabal (Artikel Bunsen Homepage)

ohne Kommentare

Picknick im Felde von Fernando Arrabal

Der Literatur- und Theaterkurs 12 führte am 22. April das Stück „Picknick im Felde“ von Fernando Arrabal auf.

Die Aufführung war Teil des Projekts, das die Inszenierung dieses fast schon Klassikers der Kriegssatire zum Thema hatte.

Das Stück, mit dem Arrabal weltweit berühmt wurde, zeigt in bestechender Weise die Konfrontation gutbürgerlicher Wert-und Verhaltensmuster mit der Brutalität des Krieges.

Herr Tepan ist ein alter Haudegen, der begeistert von seinen Kriegserlebnissen erzählt, während Frau Tepan fürs Essen sorgt und nur gelegentlich bei „weiblichen“ Themen bezüglich der Farbe der Uniformröcke in früherer Zeit widerspricht.

Als schließlich noch ein Gefangener gemacht wird, bemüht sich die Familie in rührender Weise darum, ihm beim Fesseln ja nicht wehzutun und lädt ihn schließlich, nachdem ein „Heldenfoto“ gemacht ist, zum Essen ein.

So picknickt die Familie mit ihrem Gast fröhlich dahin und ist auch noch rührend um die Sanitäter bemüht, die in ihrer Nähe vergeblich nach Gefallenen suchen.

Die Präsentation der 18 Schülerinnen und Schüler des Kurses fand begeisterte Aufnahme beim Publikum.

Ein Besuch der Inszenierung des Kinder- und Jungendtheaters Heidelberg und ein anschließenden Gespräch mit der Darstellern schloss das Projekt ab.

Es spielten:

Serra Al-Deen, Maya Biazeck, Thea-Maria Bilger, Leona Böwe-Horrill, Marie Abla Dikpor, Wadim Greger, Fanny Harder, Annabelle Heiß, Henry Jiménez Morales, Laura Kasparek, Karin Lambert, Mariana Quazzola, Lukas Schrenk, Elisabeth Söllner, Charlotte Staat, Lea Sulzbacher, Christine Wälde.

Geschrieben von ottoessig

Juni 13, 2009 um 5:47

Veröffentlicht in Picknick im Felde

„Unschuld“ von Dea Loher

ohne Kommentare

Am 10. Juni spielte der Literatur-und Theaterkurs 13  Szenen aus „Unschuld“ von Dea Loher, die im Rahmen des Literatur-und Theaterkurses erarbeitet wurden. Wir haben versucht, die Handlunsstränge so zu bearbeiten, dass inhaltliche Verknüpfungen erhalten bleiben.

Die Aufführung fand sehr großen Anklang bei den zahlreich erschienenen Schülerinnen und Schülern.

Die Darsteller haben in beeindruckender Weise gezeigt, was sie in den 4 Kurshalbjahren an theatralen Mitteln gelernt und erworben haben.

Man sollte es  nochmal spielen.

Geschrieben von ottoessig

Juni 12, 2009 um 5:26

Veröffentlicht in Unschuld