Archiv für Mai 2009
Offenes und geschlossenes Drama
Offenes und geschlossenes Drama
Ein Schaubild nach Volker Klotz
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Volker Klotz: Geschlossene und offene Form im Drama, München 1960.
Episches Theater
Episches Theater
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, SucheDas epische Theater ist eine Theaterform, in der versucht wird, das Theater durch die Einführung eines Erzählers zu „episieren“. Dies geschieht in der antiken Tragödie etwa durch den Chor. Dabei steht das epische Theater im Gegensatz zum dramatischen (bzw. aristotelischen) Theater, welches das Ziel verfolgt, den Zuschauer durch Einfühlen in das Gesehene zu läutern (Katharsis).
In der modernen Geschichte des deutschsprachigen Theaters ist das epische Theater vor allem mit den Namen Erwin Piscator und Bertolt Brecht verbunden. Brecht hoffte, das Publikum durch seine Stücke zum kritischen Denken anregen zu können.
Epische Dramentechniken
Epische Dramentechniken
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Der Autor wendet sich unmittelbar an den Zuschauer |
Titel, Gattung, Figurenname, Nebentext, Vorrede, Schrifttafeln, kommentierende Funktion der Figuren, Parodie u.a. |
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Eine spielexterne Figur (Erzähler) spricht den Zusachauer an |
Chor, Prolog, Epilog, Sprecher, Spielleiter, Erzähler auf der Bühne erläutern und kommentiern die Handlung |
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Spielinterne Figuren nehmen Verbindung zum Publikum auf |
Figuren treten zeitweise aus der fiktiven Welt heraus und wenden sich den Zuschauern zu oder kommentieren das Geschehen |
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Spielinterne Figuren geben dem Zuschauer in ihrem Dialog zusätzliche Informationen . |
Im Dialog teilen die Figuren Dinge mit, die innerhalb der fiktiven Welt nicht gesagt zu werden brauchen, die aber dem Zuschauer helfen, die Handlung des Stückes oder die Motive der handelnden Personen besser zu verstehen |
Bauformen des Epischen Theaters
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Die Handlung wird |
Handlungsfremde, nicht-szenische Formen (z. B. Textprojektionen, Schrifttafeln, Filmeinblendungen, Prolog, Epilog, Songs) geben dem Drama zwei verschiedenen Horizonte, den begrenzten der dramatischen Figuren und einen erweiterten, welcher dem Zuschauer erschlossen wird (Kompositionsprinzip: Montage) |
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Die Handlung wird unterbrochen |
Die Songs, Kommentare und anderen Einlagen unterbrechen den Gang der Handlung und verhindern eine Einfühlung des Zuschauers in Figuren und Handlung. So wird die dialektische Spannung zwischen dem Spiel und seiner kritischen Beurteilung aufrechterhalten |
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Die Handlung wird |
Durch die Montage widersprüchlicher Elemente und durch die Unterbrechung des Spiels sowie die distanzierte Spielweise der Akteure, welche sich nicht in Figuren verwandeln, sondern sie nur “zeigen”, entsteht ein Verfremdungseffekt (“V-Effekt”). Dem Zuschauer wird der Eindruck echter Gegenwärtigkeit genommen |
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Die Handlung wird |
In der “harten Fügung” sind der spielinternen Handlung und Figurenrede spielexterne Elemente entgegengesetzt (Texte, Songs, kommentierende Figurenrede u. a.), die das im Spiel Dargestellte für den Zuschauer entschlüsseln und interpretieren |
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Die Handlung kann |
Das Bühnengeschehen repräsentiert übergreifende historische Verhältnisse. Es ist daher gleichgültig, wo die Dramenhandlung einsetzt. Auch das Dramenende ist willkürlich, weil die Veränderung der aufgezeigten Verhältnisse Sache des Zuschauers ist |
Brechts episches Theater
Bertolt Brecht und das epische Theater:
Angabe zum Leben
geb. 1898 in Augsburg, Studium: Philosophie, Medizin (aber nicht ernsthaft) führte ein unbürgerliches Leben als Kabarettist, Kritiker, Dichter)
1933 emigrierte er nach Skandinavien, dann USA
1948 Rückkehr nach Ostberlin; gründete 1949 mit seiner Frau Helene Weigel, das Berliner Brecht Ensemble
1956 plötzlicher Tod durch Herzinfarkt
Allgemeines zu Dramentheorie: Gegenüberstellung von aristotelischen und offenem Theater:
a.) geschlossenes Drama = aristotelisches Theater = klassische Theaterform:
Vorbild ist der griechische Philosoph Aristoteles. Er forderte für die Tragödie die
drei Einheiten:
- Einheit des Ortes: es gibt nur einen Schauplatz, keinen Ortswechsel
- Einheit der Zeit: die Handlung muss sich inner von 24 Stunden abspielen, es dürfen
keine Zeitsprünge gemacht werden.
- Einheit der Handlung: die Handlung muss in sich geschlossen sein und gerade zum
Ziel führen, keine Nebenhandlung
typischer Aufbau einer griechischen Tragödie:
Gustav Freytag hat für das klassische, geschlossene Drama ein Modell aufgestellt:
1. Akt: Expositur – der Zuschauer wird mit der Situation grob bekannt gemacht, Der Held tritt meist noch nicht auf.
2. Akt: Steigende Handlung; Beginn eines Konfliktes.
3. Akt: Höhepunkt, dies bedeutet oft einen Wendepunkt (Lösung oder Katastrophe)
4. Akt: Umschwung, fallende Handlung. Der Zuschauer kann noch auf pos. Lösung hoffen
5. Akt: Lösung der Geschichte – in Tragöde bedeutet das Katastrophe, im Schauspiel überlebt der Held als gebrochener Mensch
Erzieherische Funktion des Dramas (nach Aristoteles):
Furcht und Mitleid werden im Zuschauer erweckt. Er soll sich mit dem Helden, der Handlung identifizieren (mitlachen, mitleiden, mitweinen)- Identifikationstheater (Gegenteil zu Brechts V-Effekts). Der Zuschauer soll lernen sein eigenes Verhalten zu überdenken und eventuell ändern = Katharsiseffekt.
b) offenes Drama:
= Gegenteil von geschlossenem Drama. Vorbild W. Shakespeare.
die drei Einheiten des Dramas werden nicht berücksichtigt.
große Vielfalt; Zeitsprünge, häufige Wechsel der Schauplätze.
Nebenhandlungen sind möglich, jede Szene steht für sich.
die Einteilung in Akte hat wenig Gewicht.
unvermittelter Beginn und offener Schluss (Der Autor bietet keine Lösung).
Perspektivenwechsel, Unterbrechung der Handlung.
Beispiel für offene Dramenform ist Woyzeck von Georg Büchner
Bertolt Brechts episches Theater (spezielle Form des offenen Dramas):
Brecht arbeitet mit Verfremdungseffekten (V-Effekt). Die Wirklichkeit wird auf der Bühne verfremdet. Die Handlung soll ständig unterbrochen werden und dem Zuschauer zum Nachdenken gezwungen werden.
Beispiele:
- Spruchbänder, Projektionen, Tafeln, Zwischenvorhänge: sie bringen eine Vorschau auf das Geschehen, eine kurze Inhaltsangabe der folgenden Szenen. Privates Geschehen wird in historische Zusammenhänge gebracht.
- Songs werden als Kommentar oder Kontrast zur Handlung eingebaut
- eine Erzählfigur kommentiert das Geschehen
- der Zuschauer wird direkt angesprochen und zum Nachdenken aufgefordert
- Einsatz von Medien
Schaffensperioden von Bertolt Brecht:
1. Schaffensperiode: Anarchistischer Protest
Gedicht vom armen B.B. Die erste Schaffensperiode ist noch vom Expressionismus beeinflusst. Brecht zeigt sich als schonungsloser Ankläger der bürgerlichen Gesellschaft.
2. Schaffensperiode: Marxist Brecht
Ab 1926 beschäftigt sich Brecht mit der marxistischen Ideologie. Im Mittelpunkt steht der Kampf gegen die gesellschaftlich-politischen Zustände.
3. Schaffensperiode: Regisseur und Warner
1949 gründet er das Berliner Ensemble. Er kommt in Konflikt mit der kommunistischen Regierung der DDR.
Linkliste zum Drama
Cornelsen Verlag: Sekundarstufen Deutsch Arbeitsblätter Deutsch
1. Grundbegriffe des Dramas
Übersichtlich aufgeführt (mit Tabellen und Schemata) finden sich hier wichtige Grundbegriffe zum Drama, die auch kurz erläutert und Schülerinnen und Schülern als Arbeitsblatt an die Hand gegeben werden können.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.german.sbc.edu/dramatik.html2. Das Drama in der Epoche der Aufklärung
Diese Unterrichtseinheit soll den Schülerinnen und Schülern neben dem Einblick in Dramen der Aufklärung u.a. die Sprachformen des Dramas erkennen helfen, wobei die Arbeit mit dem Computer eine wichtige Rolle spielt. Geeignet zur Unterrichtsvorbereitung in Sekundarstufe II.http://www.lehrer-online.de/aufklaerung-drama.php
3. Lessing: Minna von Barnhelm
Arbeitsblätter, Folien, Manuskript und ein Feature zu Lessings „Minna von Barnhelm“. Auf der Site findet sich zahlreiches Text- Bild und Audio-Material, das sich sehr gut für den Unterricht eignet.
http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/deutsc…4. Theater-Suchmaschine
Die Site bietet verschiedene Suchoptionen, die das Finden von passenden Theater-Aufführungen erleichtern: Die Suche kann gezielt nach Aufführungsregion, nach Datum oder auch grundsätzlich nach Lehrplanbezug sortiert werden. Sehr komfortabel –ob man das Geeignete findet, liegt dann nicht mehr an der Suchmaschine, sondern am Angebot.
http://www.theaterportal.de5. Virtuelles Klassenzimmer
Dieses Klassenzimmer eignet sich für Schülerinnen und Schüler der Sek. II, die motiviert werden können durch neue Medien und sich über Wissensbereiche des Fachs Deutsch informieren wollen: Dramatik, Epik, Lyrik, Wiener Volkstheater.
http://vdeutsch.eduhi.at/vik/index.htm6. Drama der 1990er-Jahre
Die Seite liefert Erläuterungen und Materialien zum Thema “Drama der 90er Jahre” und stellt auf seine Behandlung in der Oberstufe ab. Optisch nicht sehr ansprechend gemacht, können dennoch über entsprechende Verknüpfungen zahlreiche Aspekte des Dramas in seiner geschichtlichen Entwicklung einbezogen werden.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.fo-net.de/Literatur/Gegenwartsliteratur/Drama_der_90er…7. Episches Theater, Brecht, Dürrenmatt, Frisch, Weiss
Die Seite enthält einige wichtige Links zu Brecht, Dürrenmatt, Frisch, Weiss und zum “epischen Theater” und eignet sich folglich zur weiterführenden Literaturrecherche.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.br-online.de/bildung/tk-deutsch/literatur/folge_6/link…8. Galileo Galilei
Eine recht ausführliche Linksammlung zu Brechts “Galilei” findet sich unter der angegebenen Adresse. Die Links sind knapp kommentiert und behandeln zahlreiche Aspekte des Stückes.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referate, Facharbeiten
http://www.3b-infotainment.de/unterricht/dlink3.htm9. Episches und experimentelles Theater
Auch die Universität Essen bietet einige Informationen zum “epischen Theater” Brechts an. Neben ordentlich verzweigten Erläuterungen zum epischen und experimentellen Theater sowie zu den Anmerkungen zur Oper “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” finden sich Querverweise zu Lessings Dramentheorie und Aristoteles.
Einsatzgebiete: Unerrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/d…10. “Galileo Project” (engl.)
Wer sich mit dem “Galilei” von Brecht beschäftigt, sollte diesen Link ausprobieren. Das “Galileo Project” der Rice University hat eine Fülle von interessanten und anschaulichen Materialien zum historischen Galilei zusammen getragen. Da die Seite in englischer Sprache vorliegt, eignet sie sich auch für einen fächerübergreifenden Unterricht.
Einsatzgebiet: Unterricht, Referat, Facharbeit, Unterrichtsvorbereitung
http://es.rice.edu/ES/humsoc/Galileo11. Erläuterungen zum Thema Drama
Die Seite enthält ausgezeichnete Erläuterungen und Textmaterialien rund um das Thema “Drama”. Besonderer Vorzug der Seite ist es, dass die vielfältigen inhaltlichen Verknüpfungen eine rasche weiterführende Beschäftigung mit dem Thema erlauben.
Einsatzgebiet: Unterrichtsvorbereitung, Referat, Facharbeit
http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/d…
