literatur und theater

literatur handlungsorientiert

Archiv für Oktober 2008

Lyrik handlungsorientiert

mit einem Kommentar

Jakob van Hoddis (1887-1942)

1 Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
2 in allen Lüften hallt es wie Geschrei.
3 Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
4 und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

5 Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
6 an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
7 Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
8 Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut Hut

Tanzen: A Wah, dabei dem Tänzer mit Hut denselben klauen. Der greift sich an den Kopf und sagt: oha / welch ein Wind / na so was / unerklärlich

In allen Lüften hallt es wie Geschrei Hugues Le Bars 4 (2Minuten)

Gehen, dabei sich immer wieder umsehen, woher die Gefahr, die Laute kommen

Dachdecker stürzen ab und gehen entzwei Hugues le Bars 5

Im Raum schnell gehen und die Nachrichten hinausrufen

Der Dax ist um 10 Punkte gefallen

Dow Jones bricht ein

Lehmannbrothers pleite

Raubtierkapitalismus

Ackermann verzichtet auf seinen Bonus

Erste Firmenzusammenbrüche

Der große Crash!

An den Küsten steigt die Flut. Zeitungen

Zeitung aufschlagen: lesen(Gruppenregie)

Die Flut steigt

Wenn das nur gut geht

Man hätte schon längst die Dämme erhöhen müssen

Das sieht sehr ungünstig aus

Hier steht was über mögliche Schäden

Katastrophenwarnung

Das hat uns gerade noch gefehlt

Ich sag mal: Mist verdammter

Hier steht: der Sturm ist da

(Schweigen)Zusammenfalten der Zeitung und ablegen

Alle Darsteller gehen schnell durch den Raum

Abwechselndes Sprechen: die wilden Meere hupfen an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.

· Ich bin der Indische Ozean, ich kann Ihnen sagen, ich habe schon ganz schön gewütet, seitdem ich an Land gesprungen bin und davor schon.

· Ostsee, ich bin bei Schwerin an Land gehüpft. Seitdem zerdrücke ich dicke Dämme

Wir sind hier, um dicke Dämme zu zerdrücken (Mehr zum Publikum)

Komm du dicker Damm, lass dich zerdrücken

Wieviele Dämme hast du denn schon zerdrückt? Antwort oder Ablehnung

Bei Zeitung stehenbleiben und nehmen

Die meisten Menschen haben einen Schnupfen Stehen mit Zeitung

Die Eisenbahnen fallen von den Brücken Hugues Le Bars 7

dann:

Durcheinanderlesen

»Wann treffen wir drei wieder zusamm’?«

»Um die siebente Stund’, am Brückendamm.«

»Am Mittelpfeiler.« »Ich lösche die Flamm’.«

»Ich mit.«

»Ich komme vom Norden her.«

»Und ich von Süden.«

»Und ich vom Meer.«

»Hei, das gibt ein Ringelreihn,

Und die Brücke muß in den Grund hinein.«

»Und der Zug, der in die Brücke tritt

Um die siebente Stund’?«

»Ei der muß mit.«

»Muß mit.«

»Tand, Tand,

Ist das Gebilde von Menschenhand.«

Geschrieben von ottoessig

Oktober 22, 2008 um 4:40

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Studio Literatur und Theater Tübingen

ohne Kommentare

Studio Literatur und Theater Tübingen

Das Studio Literatur und Theater bietet Raum für alle Aspekte des Kreativen Schreibens. Vom Diskutieren im Seminar bis zum Realisieren im Rundfunkstudio oder auf der Theaterbühne stehen alle Möglichkeiten offen.

Das Studio Literatur und Theater richtet sich an Studentinnen und Studenten aller Studiengänge. Die Teilnehmer erhalten zum Abschluß Nachweise über die erworbene Zusatzqualifikation.

Geschrieben von ottoessig

Oktober 21, 2008 um 5:30

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Ingeborg Bachmann „Reklame“ (Lyrik handlungsorientiert)

ohne Kommentare

Reklame

Wohin aber gehen wir

ohne sorge sei ohne sorge

wenn es dunkel und wenn es kalt wird

sei ohne sorge

aber

mit musik

was sollen wir tun

heiter und mit musik

und denken

heiter

angesichts eines Endes

mit musik

und wohin tragen wir

am besten

unsre Fragen und den Schauer aller Jahre

in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge

was aber geschieht

am besten

wenn Totenstille

eintritt

(Informationen zur handlungsorientierten Umsetzung können in Form eines Kommentars angefordert werden.)

Geschrieben von ottoessig

Oktober 15, 2008 um 2:50

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Hermann Hesse

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Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Wenn jemand weitere Informationen zur Umsetzung möchte, kann diese in Form eines Kommentars anfordern.

Geschrieben von ottoessig

Oktober 15, 2008 um 2:44

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Lyrikbearbeitung „Kindertotenlieder“

mit einem Kommentar

Friedrich Rückert Kindertotenlieder

Du bist ein Schatten am Tage

Und in der Nacht ein Licht

Du lebst in meiner Klage

Und stirbst im Herzen nicht

Wo ich mein Zelt aufschlage

Da wohnst du bei mir dicht

Du bist ein ein Schatten am Tage

Und in der Nacht mein Licht

Wo ich auch nach dir frage

Find ich von dir Bericht

Du lebst in meiner Klage

Und stirbst im Herzen nicht

Du bist ein Schatten am Tage

Und in der Nacht ein Licht

Du lebst in meiner Klage

Und stirbst im Herzen nicht.

Wer sich für die handlungsorientierte Umsetzung bzw. Interpretation des Gedichtes interessiert, kann auf Anfrage die Anleitung dazu bzw. auch Informatinen zur verwendeten Musik erhalten.

Geschrieben von ottoessig

Oktober 14, 2008 um 7:47

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