literatur und theater

literatur handlungsorientiert

Archiv für April 3rd, 2008

Gedichte dada

ohne Kommentare

Die wasserprobe Max Ernst


Hierbei wird die Faust geballt
Daß der frosch zu boden knallt
Hier die magd die motten putzt
Daß der wind die dämpfe stutzt

Hierbei wird ein dampf verschluckt
Daß der greise bammel zuckt
Daß der warmen fische ei
Knall und fall ins einerlei

 

What a b what a b what a beauty Kurt Schwitters


What a b what a b what a beauty
What a b what a b what a a
What a beauty beauty be
What a beauty beauty be
What a beauty beauty beauty be be be
What a be what a b what a beauty
What a b what a b what a a
What a be be be be be
What a be be be be be
What a be be be be be be be a beauty be be be
What a beauty.

Unsittliches i-Gedicht
Kurt Schwitters

 

Dames-Hemden . . . . . . . . .
Dames-Pantalons, fransch model
Dames-Pantalons . . . . . . . .
Prima Dames Nachtponnen . . . .
Dames-Combinations . . . . . .
Heeren Hemden, zwaar graslinnen

 

Sekundenzeiger

Arp, Hans 1887-1966

 

daß ich als ich
ein und zwei ist
daß ich als ich
drei und vier ist
daß ich als ich
wieviel zeigt sie
daß ich als ich
tickt und tackt sie
daß ich als ich
fünf und sechs ist
daß ich als ich
sieben acht ist
daß ich als ich
wenn sie steht sie
daß ich als ich
wenn sie geht sie
daß ich als ich
neun und zehn ist
daß ich als ich
elf und zwölf ist.

DADA-Schalmei
Huelsenbeck, Richard1892-1974

 

Auf der Flöte groß und bieder
Spielt der Dadaiste wieder,
da am Fluß die Grille zirpt
Und der Mond die Nacht umwirbt,
Tandaradei.

Ach, die Seele ist so trocken
Und der Kopf ist ganz verwirrt,
Oben, wo die Wolken hocken,
Grausiges Gevögel schwirrt,
Tandaradei.

Ja, ich spiele ein Adagio
Für die Braut, die nun schon tot ist,
Nenn es Wehmut, nenn es Quatsch,- O
Mensch, du irrst so lang du Brot ißt,
Tandaradei.

In die Geisterwelt entschwebt sie,
Nähernd sich der Morgenröte,
An den großen Gletschern klebt sie
Wie ein Reim vom alten Goethe.
Tandaradei.

Dadaistisch sei dies Liedlein,
Das ich Euch zum besten gebe,
Auf zwei Flügeln wie ein Flieglein
Steig es langsam in die Schwebe.
Tandaradei.
Denk an Tzara denk an Arpen,
An den großen Huelsenbeck!
R. HUEL / SEN / BAG.

 

Schwitters, Kurt 1887-1948

 

Hans Arp
sankt ziegenzack
sankt ziegenzack springt aus dem ei
rumsdiebums das gigerltum
vergißmeinicht rollt um den stuhl
glocke schlägt nur eins und zwei
abgrund öffnet sich mit macht
stern rollt an den schönen mund
tauiger hase hängt am berg
in den steinen ist schöne nacht
sankt faßanbaß springt aus dem ei
rumsdiebums die liegenschaft
vergißmeinicht rollt um den stuhl
glocke schlägt nur eins und zwei

te gri ro ro

te gri ri ri gri ti gloda sisi dül fejin iri
back back glü glodül ül irisi glü bü bü da da
ro ro gro dülhack bojin gri ti back
denn
berge mit eingebauten lärmapparaten
apportieren erzene schmetterlinge

irigri ro to gri gloda iridül gro bo gro
ro ro back ro ro back glodül dül irisi bojin
jin jin irisi sisi ro ro jin bü bü ro
denn
beeten eisiger monde
folgen lämmer in stählerner rüstung

gro bo gro gri gridül to to ti bü bü bo
to dül düljin sisi glo irisi ro ro gri sisi ti
back back bojin gloda sidül da da ro

denn
die sympathischen synthetischen menschen
sind halb so teuer als die landläufigen

glübübü glübebi ro ro ti dülback irisi gli glo
gri ro ro gri gloda sisi dülback dülback
ti ti ti ti gro bo ti ti bojin bojin
denn dennoch sandte er uns gruß und kuß
aus fernen giftigen nestern

die schwalbenhode

immer mit dem hammer
edeldene bessen vereden lammer
ein muskelspiel singt zum klavier
im schneeschrank brüllt der phosphorstier

immer mit dem hammer
edeldene besen vereden lammer
der siegenschwalben schaumkoloß
steigt mit den steinen hoch zu roß

immer mit dem hammer
edeldene besen vereden lammer
der feuer- und der wasserschwanz
erstrahlen im medaillenglanz

immer mit dem hammer
edeldene besen vereden lammer
die schwalbenhode rollt heran
das dadahaus ist aufgetan


Hugo Ball

1.
Der Exhibitionist stellt sich gespreizt am Vorhang auf
und Pimpronella reizt ihn mit den roten Unterröcken.
Koko der grüne Gott klatsch laut im Publikum.
Da werden geil die ältesten Sündenböcke.

Tsingtara! Da ist ein langes Blasinstrument.
Daraus fährt eine Speichelfahne. Darauf steht: „Schlange“.
Das packen alle ihre Damen in die Geigenkästen ein
und verziehen sich. Da wird ihnen bange.

Am Eingang sitzt die ölige Camödine.
Die schlägt sich die Goldstücke als Flitter in die Schenkel.
Der sticht eine Bogenlampe die Augen aus.
Und das brennende Dach fällt herunter auf ihren Enkel.

2.
Von dem gespitzten Ohr des Esels fängt die Fliegen
ein Clown, der eine andre Heimat hat.
Durch kleine Röhrchen, die sich grünlich biegen,
hat er Verbindung mit Baronen in der Stadt.

In hohen Luftgleisen, wo sich enharmonisch
die Seile schneiden, drauf man flach entschwirrt,
Versucht ein kleinkalibriges Kamel platonisch
zu klettern; was die Fröhlichkeit verwirrt.

Der Exhibitionist, der je zuvor den Vorhang
bedient hat mit Geduld und Blick für das Douceur,
vergißt urplötzlich den Begebenheitenvorgang
und treibt gequollene Mädchenscharen vor sich her.

Tristan Tzara
Negerlieder


Zanzibar

o mam re de mi ky
wir sind den Wahha entgangen haha
ea, ee ee, ea ee ee,
die Wawinza werden uns nicht mehr plagen oh oh
Mionwu bekommt kein Tuch mehr von uns hy hy
und Kiala wird nimmer uns wiedersehen he he.

Sotho-Neger

Gesang beim Bauen
a ee ea ee ea ee ee , ea ee, eaee, a ee
ea ee ee, ea ee,
Stangen des Hofes wir bauen für den Häuptling
wir bauen für den Häuptling

Suaheli

schaukeln iyo schaukeln
schaukeln iyo schaukeln
tu maassiti komm auf die Schaukel
setz dich und schaukele

wenn die Zeit der Hirse schaukelt
wollen wir die frische Hirse schaukeln
Hirse im Ort und schaukeln
vor Freude schaukeln

meine Mutter sagte mir verjage die Hühner
ich aber kann nicht fortjagen die Hühner
hier sitze ich ohne Füße
und der Reis der Mutter wird von den Vögeln gefressen
sch isch

Geschrieben von ottoessig

April 3, 2008 um 1:56

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