literatur und theater

literatur handlungsorientiert

Szenische Bearbeitung des Themas „Zeit“

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Arbeit mit Textfragmenten in Einzel- und Gruppenpräsentation. Erarbeitung einer Performance in der Gruppe mit eigenem Text zum Thema „Zeit“ und mit Textfragmenten aus „Die Zeit geht nicht“ von Gottfried Keller  und „Kinder wie die Zeit vergeht“ von Kontad Balder Schäuffelen.

Gottfried Keller

Die Zeit geht nicht, sie stehet still,
Wir ziehen durch sie hin;
Sie ist ein Karawanserei,
Wir sind die Pilger drin.

Ein Etwas, form-und farbenlos,
Das nur Gestalt gewinnt,
Wo ihr drin auf und nieder taucht,
Bis wieder sie zerrinnt.

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts –
Ein Tag kann eine Perle sein
Und hundert Jahre  – Nichts!

Es ist ein weißes Pergament
Die Zeit, und jeder schreibt
Mit seinem besten Blut darauf,
Bis ihn der Strom vertreibt.

An dich, du wunderbare Welt,
Du Schönheit ohne End,
Schreib ich ‚nen kurzen Liebesbrief
Auf dieses Pergament.

Froh bin ich, dass ich aufgetaucht
In deinem runden Kranz;
Zum Dank trüb ich die Quelle nicht
Und lobe deinen Glanz!

Günter Eich

Augenblick im Juni

Wenn das Fenster geöffnet ist,
Vergänglichkeit mit dem Winde hereinweht,
mit letzten Blütenblättern der roten Kastanie
und dem Walzer „Faszination“
von neunzehnhundertundvier,
wenn das Fenster geöffnet ist
und den Blick freigibt auf Flußhafen und Stapelholz,
das immer bewegte Blattgewirk der Akazie, -
wie ein Todesurteil ist der Gedanke an dich,
Wer wird deine Brust küssen
Und deine geflüsterten Worte kennen?
Wenn das Fenster geöffnet ist
Und das Grauen der Erde hereinweht -
Das Kind mit zwei Köpfen,
- während der eine schläft, schreit der andere -
es schreit über die Welt hin
und erfüllt die Ohren meiner Liebe mit Entsetzen,
(Man sagt, die Mißgeburten nähmen seit Hiroshima zu.)

Wenn das Fenster geöffnet ist, gedenke ich derer,
die sich liebten im Jahre neunzehnhundertundvier
und der Menschen des Jahres dreitausend,
zahnlos, haarlos.

Wem gibst du den zerrinnenden Blick, der einst mein war?

Unser Leben, es fähret schnell dahin als flögen wir davon
und in den Abgründen wohnt verborgen das Glück.

Geschrieben von ottoessig

November 15, 2009 um 10:53

ImprovEverywhere

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Geschrieben von ottoessig

November 11, 2009 um 10:15

Veröffentlicht in Improvisation

Video zur „Urlaubsfahrt“

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Es gibt im weblog der Theater-AG ein Video zur „Urlaubsfahrt“, die wir szenisch umgesetzt haben. Leider lässt die Qualität noch zu wünschen übrig. Wir werden daran arbeiten, diese zu verbessern.

Also: http://textstrich.com

Geschrieben von ottoessig

Oktober 17, 2009 um 9:10

Veröffentlicht in Information

Isabel Tuengerthal Der Falter

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Der Falter Isabel Tuengerthal

Wenn der Falter fliegt,
Denkt er dann,
Sobald das Licht ihn trifft,
An Untergang?
Oder fühlt er nur neuen Lebensmut?
Durchs Licht
Die Liebe
Und stürzt sich freudig in die Glut? Wenn der Falter glüht,
ist er dann
Seinem Traum ganz nah
Oder ist ihm bang?
Verflucht er seine Leidenschaft
Und stemmt die Flügel gegens Licht
mit allerletzter Kraft?

Wenn der Falter stirbt,
Fühlt er dann
Seines Herzens letzten Schlag
Und weißt er dann
Dass dieses Licht ihn mit Undendlichkeit belohnt,

Dass mit dem Licht sich sein ganzes Leben gelohnt?

Geschrieben von ottoessig

Oktober 8, 2009 um 5:59

Veröffentlicht in Lyrikbearbeitungen

Die kleine Riesin in Berlin

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Geschrieben von ottoessig

Oktober 5, 2009 um 9:37

Veröffentlicht in Show

Riesen in Berlin

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Geschrieben von ottoessig

Oktober 5, 2009 um 9:32

Veröffentlicht in Show

„Unschuld“ von Dea Loher (Artikel auf der Bunsen-Homepage)

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„Unschuld“ von Dea Loher

Der Literatur- und Theaterkurs 13 stellte am 10. Juni einem sachkundigen Publikum von Schülerinnen und Schülern des Bunsen- und Helmholtzgymnasiums eine Interpretation von „Unschuld“ von Dea Loher vor.

Der Kurs hat das Stück szenisch bearbeitet und eine Fassung vorgestellt, die bescheiden ausgedrückt begeisternd war.

Im Mittelpunkt stand die überzeugende darstellerische Vermittlung der kleinen menschlichen Tragödien, die sich am Rande der Gesellschaft ereignen, bei illegalen Einwanderern, bei Alten, bei Menschen, deren Emotionalität verkümmert, bei psychisch Kranken, die sich ihre eigene verzerrte Teilhabe an der Wirklichkeit zu sichern versuchen und bei Selbstmördern.

Ich möchte an dieser Stelle den Wortlaut der Jury für die Verleihung des Berliner Literaturpreises and Dea Loher 2009 anhängen:

„Der Berliner Literaturpreis 2009 wird der Dramatikerin Dea Loher zuerkannt und zeichnet damit erstmals eine Theaterautorin aus, die seit beinahe zwanzig Jahren die Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik geprägt und fortgeschrieben hat – von ihren vielgespielten ersten Stücken ‘Olgas Raum’ und ‘Tätowierung’ bis hin zu ihren jüngsten Arbeiten ‘Unschuld’ und ‘Das letzte Feuer’, das unlängst zum Stück des Jahres gewählt wurde. Dea Loher stellt in ihren Texten die soziale Frage auf überraschende Weise immer wieder neu: Ausgestattet mit einem so wachsamen wie schmerzempfindlichen Sensorium für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und Zerstörungen, für die Beschädigungen ihrer Figuren im System, bleibt sie in den von ihr geschilderten Konflikten stets persönlich, versteigt sich nie ins Thesen- oder Tendenzstückartige. Vielmehr beschreibt sie die Gesellschaft über die Geschichten an ihren Rändern, über die Verletzungen und Gefährdungen derer, die sich an den Grenzen unserer sozialen Wirklichkeit und Wahrnehmung bewegen. Ihr Gespür für das Fremde, Inkompatible, aber auch das Nicht-Vereinnehmbare machen sie zu einer Autorin, die das Theater stets vor neue Aufgaben stellt. Sie bedient es nicht, sondern fordert es heraus – und findet daher in Regisseuren wie Andreas Kriegenburg Partner, die ihre Welt und ihre eigene Stimme in immer neuen Spiel- und Erzählformen auf der Bühne Realität werden lassen – auch und gerade da, wo Dea Lohers Verzweiflung sich dem Dramatischen entzieht und ihre Trauer sich dem Verstummen nähert.“

Es spielten:

Fatima Aberkane, Tala Al-Deen, Melanie Irmey, Nathalie Kasparek, Wlada Kasper, Brian Petter, Kahwe Mohammady, Diana Rosu

Geschrieben von ottoessig

Juni 13, 2009 um 5:53

Veröffentlicht in Unschuld

„Picknick im Felde“ Fernando Arrabal (Artikel Bunsen Homepage)

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Picknick im Felde von Fernando Arrabal

Der Literatur- und Theaterkurs 12 führte am 22. April das Stück „Picknick im Felde“ von Fernando Arrabal auf.

Die Aufführung war Teil des Projekts, das die Inszenierung dieses fast schon Klassikers der Kriegssatire zum Thema hatte.

Das Stück, mit dem Arrabal weltweit berühmt wurde, zeigt in bestechender Weise die Konfrontation gutbürgerlicher Wert-und Verhaltensmuster mit der Brutalität des Krieges.

Herr Tepan ist ein alter Haudegen, der begeistert von seinen Kriegserlebnissen erzählt, während Frau Tepan fürs Essen sorgt und nur gelegentlich bei „weiblichen“ Themen bezüglich der Farbe der Uniformröcke in früherer Zeit widerspricht.

Als schließlich noch ein Gefangener gemacht wird, bemüht sich die Familie in rührender Weise darum, ihm beim Fesseln ja nicht wehzutun und lädt ihn schließlich, nachdem ein „Heldenfoto“ gemacht ist, zum Essen ein.

So picknickt die Familie mit ihrem Gast fröhlich dahin und ist auch noch rührend um die Sanitäter bemüht, die in ihrer Nähe vergeblich nach Gefallenen suchen.

Die Präsentation der 18 Schülerinnen und Schüler des Kurses fand begeisterte Aufnahme beim Publikum.

Ein Besuch der Inszenierung des Kinder- und Jungendtheaters Heidelberg und ein anschließenden Gespräch mit der Darstellern schloss das Projekt ab.

Es spielten:

Serra Al-Deen, Maya Biazeck, Thea-Maria Bilger, Leona Böwe-Horrill, Marie Abla Dikpor, Wadim Greger, Fanny Harder, Annabelle Heiß, Henry Jiménez Morales, Laura Kasparek, Karin Lambert, Mariana Quazzola, Lukas Schrenk, Elisabeth Söllner, Charlotte Staat, Lea Sulzbacher, Christine Wälde.

Geschrieben von ottoessig

Juni 13, 2009 um 5:47

Veröffentlicht in Picknick im Felde

„Unschuld“ von Dea Loher

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Am 10. Juni spielte der Literatur-und Theaterkurs 13  Szenen aus „Unschuld“ von Dea Loher, die im Rahmen des Literatur-und Theaterkurses erarbeitet wurden. Wir haben versucht, die Handlunsstränge so zu bearbeiten, dass inhaltliche Verknüpfungen erhalten bleiben.

Die Aufführung fand sehr großen Anklang bei den zahlreich erschienenen Schülerinnen und Schülern.

Die Darsteller haben in beeindruckender Weise gezeigt, was sie in den 4 Kurshalbjahren an theatralen Mitteln gelernt und erworben haben.

Man sollte es  nochmal spielen.

Geschrieben von ottoessig

Juni 12, 2009 um 5:26

Veröffentlicht in Unschuld

Offenes und geschlossenes Drama

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Offenes und geschlossenes Drama


Ein Schaubild nach Volker Klotz

Handlung

  • einheitliche, in sich abgeschlossene Haupthandlung
  • kausale Verknüpfung der Szenen (Nichtaustauschbarkeit)
  • einzelne Handlungen als Schritte einer logisch und psychologisch zwingenden Abfolge
  • mehrere Handlungen gleichzeitig (Polymethie)
  • Zerrissenheit der Handlungsabfolge
  • relative Autonomie einzelner Episoden

Zeit

  • Einheit der Zeit
  • Zeit nur Rahmen des Geschehens
  • keine Zeitsprünge
  • ausgedehnter Zeitraum
  • Zeit als in die Ereignisse eingreifende Wirkungsmacht
  • Zeitsprünge zwischen Szenen

Ort

  • Einheit des Ortes
  • Ort nur Rahmen des Geschehens
  • Vielheit der Orte
  • Räume charakterisieren und determinieren Verhalten

Personen

  • hoher Bewußtseinsgrad
  • große Zahl
  • keine ständischen und und sozialen Beschränkungen
  • komplexes Zusammenspiel von Innenwelt und Außenwelt

Komposition

  • Handlungszusammenhang als Ganzes
  • Gliederung vom Ganzen zu den Teilen
  • Funktionale Zuordnung der Szene zum Akt und des Aktes zum Drama
  • lineare Abfolge des Geschehens
  • Dominanz des Ausschnitts
  • Gliederung von den Teilen zum Ganzen
  • Szenen haben ihren Schwerpunkt in sich selbst
  • Variation und Kontrastierung von Szenen

Sprache

  • einheitlicher an der Rhetorik ausgerichteter Sprachstil (Versform)
  • Dialog als Rededuell (Stichomythie)
  • Bewußtsein dominiert Sprache
  • Pluralismus des Sprechens
  • Mischung der Stilebenen und der Ausdruckshaltung
  • Orientierung an der Alltagssprache
  • Dominanz der Sprache über das Bewußtsein

Volker Klotz: Geschlossene und offene Form im Drama, München 1960.

Geschrieben von ottoessig

Mai 15, 2009 um 10:00